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Pflege-WG in Bochum-Stiepel und Werne: Konzept, Kosten, Bedarfsanmeldung 2027 | BeHome Care
Ratgeber

Pflege-WG in Bochum-Stiepel und Werne: Konzept, Kosten, Bedarfsanmeldung 2027 | BeHome Care

Sarah Müller · · ca. 5 Min. Lesezeit

Eine Pflege-WG ist für viele Bochumer Familien die unbekannte dritte Option zwischen "zu Hause" und "Pflegeheim". Acht Menschen mit Pflegebedarf — meistens mit Demenz oder körperlichen Einschränkungen — leben in einer ganz normalen Wohnung zusammen, mit eigenen Zimmern, gemeinsamer Küche und Wohnzimmer. Eine ambulante Pflege wie BeHome Care ist 24 Stunden am Tag vor Ort, die Bewohnerinnen und Bewohner zahlen wie zu Hause: Sachleistung von der Pflegekasse, Eigenanteil bei Bedarf. Wir bauen 2027 zwei solcher WGs in Bochum auf — eine in Stiepel und eine in Werne. Dieser Leitfaden erklärt das Modell, die Kosten, die Vorteile gegenüber dem Heim und wie Sie sich für einen der 16 Plätze vorab anmelden können.

Was ist eine ambulant betreute Pflege-WG?

Rechtlich ist eine Pflege-WG nach NRW-Wohn- und Teilhabegesetz (WTG NRW) eine selbstbestimmte Wohngemeinschaft mit acht Bewohnerinnen und Bewohnern, die gemeinsam einen Mietvertrag haben und sich frei für einen ambulanten Pflegedienst entscheiden. Anders als im Heim:

  • Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer (ca. 14–18 m²) mit eigener Möblierung — die vertraute Kommode aus dem alten Zuhause kommt mit.
  • Wohnzimmer, Küche und Bad werden gemeinsam genutzt.
  • Eine Pflegekraft ist 24 Stunden am Tag im Haus, ergänzt durch Alltagsbegleitung.
  • Die Bewohner-Familien organisieren sich in einem Angehörigengremium und bestimmen mit, wie der Alltag aussieht.

Das Konzept entstand in Berlin in den 1990er Jahren und ist in NRW seit 2008 gesetzlich klar geregelt. In Bochum existieren heute (Stand 2026) deutlich weniger Pflege-WG-Plätze als nachgefragt werden — Wartelisten der bestehenden WGs sind oft länger als 12 Monate.

Warum Bochum-Stiepel und Bochum-Werne?

Beide Stadtteile haben Eigenschaften, die für eine Pflege-WG gut passen:

Stiepel: Ruhige Lage, gute Anbindung an das Knappschaft Klinikum Universitätsklinikum Bochum, viele alteingesessene Familien mit gewachsenen sozialen Netzwerken. Cafés, Apotheken und der Kemnader See sind in fußläufiger Distanz — wichtig für Tagesausflüge und Spaziergänge der Bewohner mit Demenz, die noch mobil sind.

Werne: Verkehrsgünstig erreichbar von Hamme, Harpen und Langendreer, ehemals selbstständige Gemeinde mit eigenem Stadtteil-Charakter. Die Versorgung mit Hausärzten und Therapeuten in Werne ist überdurchschnittlich gut, die Mietpreise sind im Vergleich zur Bochumer Innenstadt moderat — was direkt in die WG-Kalkulation einfließt.

In beiden Stadtteilen sind wir mit BeHome Care bereits ambulant aktiv. Die Tour-Strukturen sind eingespielt, Pflegekräfte sind ortskundig, und der Bezug zu Hausärzten und Apotheken ist vorhanden.

Für wen eignet sich das WG-Modell?

Eine Pflege-WG ist die richtige Wahl, wenn:

  • Selbstständiges Wohnen zu Hause nicht mehr sicher möglich ist (z.B. wegen fortschreitender Demenz, häufiger Stürze, Bedarf an nächtlicher Betreuung)
  • ein Pflegeheim aus persönlichen oder familiären Gründen nicht infrage kommt (zu groß, zu anonym, zu institutionell)
  • die Familie aktive Mitsprache wünscht ("Wir wollen nicht nur Besucher sein")
  • der Pflegebedarf zwar erheblich, aber nicht ausschließlich palliativ ist
  • der Pflegegrad mindestens PG 2 beträgt (für die Wirtschaftlichkeit der Sachleistung)

Besonders gut geeignet sind Menschen mit beginnender bis mittlerer Demenz, weil das gemeinschaftliche Wohnen die Orientierung und Tagesstruktur unterstützt, ohne dass die Reizdichte eines Heimes überfordert.

Pflege-WG in Bochum-Stiepel und Werne: Konzept, Kosten, Bedarfsanmeldung 2027 | BeHome Care

Weniger gut geeignet sind Menschen, die ausgeprägte palliative Versorgung brauchen (hier sind Hospize oder spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung der bessere Weg) oder Menschen, die kommunikativ noch sehr aktiv sind und in einer reinen Pflege-WG-Gruppe unterfordert wären.

Was kostet das Leben in einer Pflege-WG?

Die monatlichen Kosten setzen sich aus drei Blöcken zusammen:

1. Miete und Nebenkosten (Ihr Anteil, etwa wie eine eigene Wohnung):

  • Eigenes Zimmer plus anteilige Gemeinschaftsflächen
  • Strom, Wasser, Heizung, Internet
  • Reinigung, Reparaturen, Hausmeister
  • In Bochum 2027 voraussichtlich rund 800–950 € pro Bewohner

2. Pflege (überwiegend von der Pflegekasse getragen):

  • Sachleistung nach Pflegegrad: PG 2 ~796 €, PG 3 ~1.497 €, PG 4 ~1.859 €, PG 5 ~2.299 € pro Monat (Stand 2026)
  • Entlastungsbetrag 131 €/Monat ergänzend
  • Eigenanteil je nach Pflegebedarf typischerweise im niedrigen dreistelligen Bereich
  • Bei sehr hohem Bedarf greift zusätzlich der WG-Wohngruppenzuschlag nach § 38a SGB XI: 224 €/Monat pro Bewohner

3. Verpflegung und persönliche Auslagen (gemeinsame Haushaltskasse):

  • Lebensmittel, Hauswirtschaft, Hygieneartikel
  • Ca. 350–450 € pro Bewohner pro Monat

Gesamtbild realistisch: Für einen Bewohner mit Pflegegrad 3 ohne weitere Besonderheiten liegen die monatlichen Eigenkosten bei rund 1.400–1.800 € — vergleichbar mit oder günstiger als ein gutes Bochumer Pflegeheim, bei deutlich höherer Lebensqualität.

Wer bei vollem Pflegebedarf das eigene Vermögen aufgebraucht hat und über kein ausreichendes Einkommen verfügt, kann Hilfe zur Pflege nach SGB XII beim Sozialamt beantragen. Diese gleicht die Eigenanteile aus, ohne dass die Pflege-WG aufgegeben werden muss.

Pflege-WG, Pflegeheim oder zu Hause? Die ehrliche Gegenüberstellung

Zu Hause Pflege-WG Pflegeheim
Mitbestimmung vollständig hoch (Angehörigengremium) gering
Privatsphäre maximal eigenes Zimmer + Gemeinschaftsräume eigenes Zimmer, Heimbetrieb dominiert
24h-Versorgung nur mit Aufwand ja, durch Schichtdienst ja
Sozialer Kontakt oft eingeschränkt gut (7 Mitbewohner) viel, aber wenig steuerbar
Kosten pro Monat (PG 3, vereinfacht) variabel, ~1.000–2.500 € ~1.400–1.800 € ~2.300–3.200 €
Geeignet bei Demenz abhängig vom Stadium sehr gut bei früher/mittlerer Demenz ja, geschlossene Bereiche möglich
Geeignet bei Palliativbedarf sehr gut mit SAPV begrenzt ja, manche Häuser
Familiäre Einbindung natürlich gegeben strukturell vorgesehen besuchsweise
Wartezeit auf Platz sofort typisch 6–12 Monate typisch 3–8 Monate

Es gibt keine "beste" Lösung, die für alle passt. Aber für viele Familien mit Demenzerkrankten in Bochum ist die Pflege-WG genau die Option, die zu wenig auf dem Schirm ist — weil sie noch nicht weit verbreitet ist und das Wissen darüber fehlt.

Wer den direkten Vergleich vertiefen will: Wir haben dazu einen separaten Ratgeber: Pflege-WG vs. Pflegeheim in Bochum.

Wie wir die zwei WGs in Stiepel und Werne aufbauen

Wir arbeiten in drei Phasen:

Phase 1: Bedarfsanmeldung sammeln (jetzt bis Herbst 2026). Familien aus Bochum und Umgebung melden über das Formular auf behome-care.de/pflege-wg/anfragen unverbindlich Bedarf an. Wir erfassen Pflegegrad, gewünschten Einzugszeitpunkt, Wohnort der angehörigen Familie und besondere Anforderungen. Pro WG halten wir Platz für 8 Bewohner — mit Warteliste für die Phase nach Eröffnung.

Phase 2: Immobilie sichern (Q4 2026 bis Q2 2027). Wir suchen aktiv geeignete Bestandsimmobilien in Stiepel und Werne — Mehrfamilienhäuser, ehemalige Praxisräume, größere Etagenwohnungen mit Erweiterungspotential. Pro WG brauchen wir 250–350 m² Wohnfläche. Investoren mit passenden Objekten sind willkommen, eigene Anmietung oder Genossenschafts-Modelle ebenso. Parallel führen wir die Gespräche mit dem WTG-Aufsicht-Amt und der Pflegekasse.

Phase 3: Eröffnung und Einzug (ab Q2/Q3 2027). Sobald Mietvertrag und WTG-Anzeige stehen, geht der Innenausbau los — barrierefreie Bäder, geräumige Küche, Pflegebett-taugliche Zimmer. Etwa drei Monate später ziehen die ersten Bewohner ein. Die Reihenfolge richtet sich nach der Bedarfsanmeldung und den persönlichen Bedürfnissen — wir achten auf eine gut funktionierende Gruppen-Mischung.

Vorab-Bedarfsanmeldung — was passiert mit Ihrer Anfrage?

Eine unverbindliche Bedarfsanmeldung kostet nichts und verpflichtet zu nichts. Sie hilft uns zu zeigen, wie groß der Bedarf tatsächlich ist — gegenüber Vermietern, Investoren und Aufsichtsbehörden. Je mehr ernsthafte Anmeldungen vorliegen, desto schneller können wir die WGs realisieren.

Sie geben in Ihrer Anmeldung an:

  • Vor- und Nachname (Bewohner und Ansprech-Angehörige)
  • Pflegegrad (falls vorhanden) und kurze Beschreibung der Pflegesituation
  • Wunsch-Standort (Stiepel, Werne, beides möglich)
  • Wunsch-Einzugszeitpunkt (frühestens Q3 2027, später ist immer möglich)
  • Telefonnummer für Rückruf

Wir melden uns innerhalb von 14 Tagen mit einem kostenlosen Erst-Beratungsgespräch. In diesem klären wir, ob das WG-Modell für Ihre Familie wirklich passt — und wenn ja, behalten wir Sie in der priorisierten Aufnahme-Liste. Wenn das Modell nicht passt, beraten wir Sie zu anderen Versorgungsformen.

Zur Bedarfsanmeldung: behome-care.de/pflege-wg/anfragen

Häufige Fragen aus unserer Beratungspraxis

Können wir das Zimmer selbst einrichten? Ja, ausdrücklich. Eigene Möbel, vertraute Bilder, das Lieblingsbettzeug — alles, was den Übergang erleichtert. Das Pflegebett stellen wir, alles andere bringen Sie mit.

Wie funktioniert die Pflege bei stark unterschiedlichem Pflegebedarf der Bewohner? Eine gute Mischung — etwa zwei mobile Bewohner, vier mittelschwer Pflegebedürftige, zwei mit hohem Bedarf — ist für die Pflege-Dynamik ideal. Bei der Aufnahme achten wir auf einen ausgewogenen Mix.

Was passiert, wenn ein Bewohner deutlich schlechter wird? Die WG ist auf wachsenden Pflegebedarf ausgelegt. Pflegegrad-Erhöhungen werden mit der Pflegekasse abgewickelt, die Sachleistung steigt entsprechend. Erst wenn auch der WG-Wohngruppenzuschlag plus aufstockende Eigenleistung den Bedarf nicht mehr deckt, kommt ein Wechsel in eine spezialisierte Einrichtung ins Gespräch — was sehr selten passiert.

Was passiert im Sterbefall — bleibt der Mietanteil bestehen? Der Mietvertrag läuft bis zur regulären Kündigungsfrist (typischerweise 3 Monate). Während dieser Zeit suchen die Familien gemeinsam mit uns einen Nachfolge-Bewohner. Pflege-Sachleistungen enden mit dem Sterbetag.

Wer entscheidet, was bei Mahlzeiten gekocht wird? Das Angehörigengremium legt das fest — gemeinsam mit den Bewohnern selbst, soweit sie mit-entscheiden können. Hauswirtschaftskräfte aus der WG koordinieren den Einkauf. Es ist ein gemeinsamer Haushalt, kein Pflegeheim-Catering.

Kommen die Pflegekräfte zur jedem Bewohner einzeln, wie zu Hause? Im Prinzip ja, aber organisatorisch effizienter: weil alle acht Bewohner unter einem Dach wohnen, kann die Pflegekraft ihre Zeit deutlich besser einsetzen. Das ist ein Hauptgrund, warum die WG-Sachleistung pro Bewohner mehr "echte" Pflege-Minuten kauft als die gleiche Sachleistung in der Einzelwohnung.

Können wir die WG vorher besichtigen? Solange die Objekte noch nicht stehen, nicht direkt. Wir bieten aber ab Frühjahr 2027 Informations-Veranstaltungen mit Konzept-Vorstellung an. Bedarfs-Anmelder werden dazu vorrangig eingeladen.

Sprechen Sie mit uns

Wir wissen: Eine Pflege-WG ist eine große Entscheidung — emotional und finanziell. Manche Familien wissen sofort, dass es passt. Andere brauchen mehrere Gespräche, um sich zu sortieren. Beides ist normal. Unser Erst-Beratungsgespräch ist kostenlos und unverbindlich, und Sie verlassen es entweder mit einem konkreten nächsten Schritt oder mit der Klarheit, dass dieses Modell für Sie nicht das richtige ist.

Anmeldung über das Bedarfsformular oder direkt telefonisch unter 02327 - 4177490. Wir freuen uns auf das Gespräch.


Weiterführend:

Rechtsgrundlagen:

  • Wohn- und Teilhabegesetz NRW (WTG NRW)
  • § 38a SGB XI (Wohngruppenzuschlag)
  • § 36 SGB XI (Pflegesachleistung)
  • § 45b SGB XI (Entlastungsbetrag)

Geprüft am 16. Mai 2026 von Sarah Müller, Teamleitung BeHome Care.

Portrait von Sarah Müller
Fachbeitrag von

Sarah Müller

Teamleitung BeHome Care

Sarah Müller leitet seit über 10 Jahren die Pflege bei BeHome Care. Ihre Expertise liegt in der Strukturierung von Pflege-WGs und der Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege.

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