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Ernährung im Alter: Wenn das Essen zur Herausforderung wird
Gesundheit

Ernährung im Alter: Wenn das Essen zur Herausforderung wird

Sarah Müller · · ca. 5 Min. Lesezeit

Es beginnt oft ganz unscheinbar. Der Teller wird nicht mehr leer gegessen. Die Lieblingsspeise schmeckt plötzlich fad. Die Hose sitzt lockerer als sonst. Als Angehöriger bemerken Sie vielleicht, dass Ihre Mutter beim gemeinsamen Mittagessen nur noch herumstochert. Dass Ihr Vater abgenommen hat. Dass die Vorratskammer immer noch genauso voll ist wie vor Wochen.

Ernährung im Alter ist mehr als nur Nahrungsaufnahme. Sie ist Genuss, Ritual, Lebensqualität -- und oft eine unterschätzte Säule der Gesundheit. Wenn pflegebedürftige Menschen nicht mehr ausreichend essen und trinken, sind die Folgen gravierend. Wir von BeHome Care möchten Ihnen zeigen, warum Ernährung in der Pflege so wichtig ist und wie Sie Ihre Liebsten dabei unterstützen können, ausgewogen und mit Freude zu essen.

Warum Ernährung im Alter oft problematisch wird

Der Körper verändert sich mit den Jahren. Der Stoffwechsel wird langsamer, der Energiebedarf sinkt -- gleichzeitig bleibt der Bedarf an Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen gleich oder steigt sogar. Ältere Menschen brauchen weniger Kalorien, aber genauso viele wichtige Nährstoffe wie früher. Das ist eine Herausforderung, denn die Portionen werden kleiner, müssen aber nährstoffreicher sein.

Hinzu kommen körperliche Veränderungen: Der Geschmacks- und Geruchssinn lässt nach, sodass Speisen fade wirken. Das Durstgefühl nimmt ab, was schnell zu Flüssigkeitsmangel führt. Kaubeschwerden durch schlechtsitzende Prothesen oder Zahnprobleme machen das Essen mühsam. Schluckstörungen können Mahlzeiten sogar gefährlich machen.

Auch seelische Faktoren spielen eine Rolle. Einsamkeit raubt den Appetit -- wer immer allein isst, für den verliert das Essen seine Bedeutung. Depression und Trauer schlagen auf den Magen. Demenz lässt Menschen vergessen zu essen oder sie erkennen das Essen nicht mehr als solches. Und manchmal ist es einfach die Überforderung: Einkaufen, Kochen, Anrichten -- das alles wird zur Last, wenn die Kräfte nachlassen.

Die Folgen sind ernst. Mangelernährung schwächt den Körper, das Immunsystem leidet, Wunden heilen schlechter. Die Sturzgefahr steigt, weil Muskelmasse abgebaut wird und Schwindel durch zu wenig Flüssigkeit zunimmt. Auch die geistige Leistungsfähigkeit kann nachlassen, wenn das Gehirn nicht ausreichend versorgt wird.

Die Anzeichen erkennen

Als Angehöriger sind Sie oft der Erste, der Veränderungen bemerkt. Achten Sie auf diese Warnsignale: Gewichtsverlust, auch wenn er schleichend kommt. Kleidung, die plötzlich zu groß ist. Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Verwirrtheit. Trockene Haut, brüchige Nägel, stumpfes Haar. Häufige Infekte, weil das Immunsystem geschwächt ist.

Beobachten Sie auch das Essverhalten. Wird der Teller nicht mehr leer? Werden Mahlzeiten ausgelassen oder vergessen? Gibt es Schwierigkeiten beim Kauen oder Schlucken? Klagt Ihr Angehöriger über Appetitlosigkeit oder Geschmacksverlust?

Ein einfacher Test: Wiegen Sie Ihren Angehörigen regelmäßig. Ein ungewollter Gewichtsverlust von mehr als fünf Prozent in drei Monaten ist ein Alarmzeichen. Dann sollten Sie mit dem Hausarzt sprechen und gemeinsam nach Ursachen suchen.

Praktische Tipps für eine bessere Ernährung

Die gute Nachricht: Sie können viel tun, um die Ernährungssituation zu verbessern. Es sind oft die kleinen Veränderungen, die Großes bewirken.

Vielfalt und Ausgewogenheit sind das A und O. Auch im hohen Alter braucht der Körper eine abwechslungsreiche Kost mit viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, ausreichend Eiweiß aus Milchprodukten, Fisch und magerem Fleisch. Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag sind ideal.

Eiweiß ist besonders wichtig für den Erhalt der Muskelmasse. Quark, Joghurt, Käse, Eier, Hülsenfrüchte -- bauen Sie eiweißreiche Lebensmittel regelmäßig in die Mahlzeiten ein. Auch ein Glas Milch zwischendurch oder eine Handvoll Nüsse liefern wertvolles Eiweiß.

Kleine Portionen, mehrere Mahlzeiten: Wenn große Portionen abschrecken, verteilen Sie die Nahrung auf mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag. Fünf bis sechs kleine Mahlzeiten sind oft leichter zu bewältigen als drei große.

Mahlzeiten attraktiv gestalten: Das Auge isst mit -- auch im Alter. Richten Sie Speisen appetitlich an, nutzen Sie buntes Gemüse, setzen Sie Farbtupfer. Ein liebevoll gedeckter Tisch macht das Essen zu etwas Besonderem.

Gemeinsam essen: Essen in Gesellschaft schmeckt besser und motiviert. Wenn möglich, essen Sie mit Ihrem Angehörigen gemeinsam oder organisieren Sie regelmäßige Mahlzeiten mit Freunden.

Auf Vorlieben eingehen: Jeder Mensch hat seine Lieblingsspeisen. Berücksichtigen Sie die Vorlieben Ihres Angehörigen. Wichtig ist in erster Linie, dass gegessen wird.

Konsistenz anpassen: Bei Kau- oder Schluckbeschwerden helfen pürierte oder weich gekochte Speisen. Es gibt auch spezielle Andickungsmittel für Getränke und Suppen.

Würzen statt salzen: Wenn der Geschmackssinn nachlässt, hilft es, kräftiger zu würzen -- aber nicht mit viel Salz. Frische Kräuter, Gewürze und Zitronensaft bringen Geschmack ins Essen.

Flüssigkeit nicht vergessen

Trinken ist mindestens genauso wichtig wie Essen -- wird aber noch häufiger vergessen. Ältere Menschen haben oft kein Durstgefühl mehr und trinken zu wenig. Die Folgen: Verwirrtheit, Kreislaufprobleme, Verstopfung, erhöhte Sturzgefahr.

Mindestens 1,5 Liter sollten es täglich sein. Stellen Sie Getränke in Sichtweite bereit, erinnern Sie sanft ans Trinken. Wasserreiches Essen wie Suppen, Obst und Gemüse helfen zusätzlich. Auch Tee, verdünnte Säfte oder Schorlen sind gute Durstlöscher.

Wenn professionelle Hilfe nötig wird

Manchmal reichen die privaten Bemühungen nicht aus. Wenn Ihr Angehöriger trotz aller Unterstützung weiter abnimmt oder die Nahrungsaufnahme zur täglichen Qual wird, sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Sprechen Sie mit dem Hausarzt. Dieser kann Ursachen abklären und gegebenenfalls Ernährungsberatung oder medizinische Trinknahrung empfehlen.

Auch praktische Hilfen sind möglich: Ein Essen-auf-Rädern-Service liefert täglich warme Mahlzeiten. Oder Sie organisieren Unterstützung beim Einkaufen und Kochen -- durch einen ambulanten Dienst oder ehrenamtliche Helfer.

Unsere Betreuerinnen und Betreuer von BeHome Care können auch hier helfen. Sie bereiten Mahlzeiten zu, achten auf regelmäßiges Essen und Trinken und schaffen durch ihre Anwesenheit die soziale Atmosphäre, die das Essen angenehmer macht.

Essen mit Demenz

Bei Menschen mit Demenz ist die Ernährung eine besondere Herausforderung. Sie vergessen zu essen, erkennen Besteck nicht mehr oder verlieren die Koordination beim Essen. Hier braucht es viel Geduld und Kreativität.

Strukturieren Sie den Tag mit festen Essenszeiten. Das gibt Orientierung. Bieten Sie Fingerfood an -- Häppchen, die mit den Händen gegessen werden können. Reduzieren Sie Ablenkung: kein laufender Fernseher, keine Unruhe, ein ruhiger Platz.

Gute Ernährung im Alter ist kein Luxus, sondern Grundlage für Gesundheit, Wohlbefinden und Selbstständigkeit. Wir von BeHome Care verstehen, wie viel das Thema Ernährung in der Pflege bedeutet. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Ihre Liebsten gut versorgt sind und das Essen wieder zu dem wird, was es sein sollte: eine Quelle von Kraft und Freude.


Weiterführend:

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Teamleitung BeHome Care

Sarah Müller leitet seit über 10 Jahren die Pflege bei BeHome Care. Ihre Expertise liegt in der Strukturierung von Pflege-WGs und der Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege.

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