Die Sorge kommt oft leise. Ein wackeliger Moment auf der Treppe. Ein Stolpern über die Teppichkante. Oder die Nachricht, dass die Nachbarin nach einem Sturz im Krankenhaus liegt. Plötzlich ist sie da, diese Angst: Was, wenn es meiner Mutter passiert? Was, wenn mein Vater allein zuhause stürzt und niemand da ist?
Diese Sorgen sind berechtigt. Mit den Jahren steigt das Sturzrisiko, und die Folgen können schwerwiegend sein. Aber – und das ist die gute Nachricht – Sie sind dieser Angst nicht hilflos ausgeliefert. Mit Aufmerksamkeit, ein paar praktischen Anpassungen und dem richtigen Wissen können Sie viel dafür tun, dass Ihr Zuhause ein sicherer Ort bleibt. Wir von BeHome Care möchten Sie dabei unterstützen.
Warum das Sturzrisiko im Alter steigt
Es ist keine Schwäche, es ist einfach das Leben: Mit den Jahren verändert sich unser Körper. Die Muskeln werden etwas schwächer, die Gelenke nicht mehr ganz so beweglich, das Gleichgewicht manchmal unsicher. Dazu kommt, dass die Augen nicht mehr alles so scharf sehen wie früher und manche Medikamente Schwindel oder Müdigkeit verursachen können.
All das ist normal – aber es erhöht eben die Gefahr, zu stolpern oder das Gleichgewicht zu verlieren. Und das Tückische: Die meisten Stürze passieren nicht draußen auf glattem Eis, sondern zuhause. Dort, wo man sich sicher fühlt, wo man vielleicht nicht mehr so aufmerksam ist. Eine lose Teppichkante, ein Kabel am Boden, schlechtes Licht – plötzlich wird das Vertraute zur Gefahr.
Besonders kritisch ist oft der nächtliche Gang zur Toilette. Im Halbschlaf, bei Dunkelheit, vielleicht ohne Brille – das ist eine Kombination, die viele Stürze verursacht. Aber auch dafür gibt es Lösungen.
Das eigene Zuhause ist für viele Menschen ein Ort der Sicherheit, Geborgenheit und Selbstbestimmung. Doch mit zunehmendem Alter, bei Krankheit oder eingeschränkter Mobilität können alltägliche Aufgaben wie Putzen, Einkaufen oder Wäschewaschen zu einer großen Herausforderung werden.
Bei BeHome Care erleben wir täglich, wie sehr eine gezielte hauswirtschaftliche Unterstützung den Alltag erleichtern und die Lebensqualität steigern kann. Es geht nicht nur um Sauberkeit oder Ordnung – es geht um Selbstständigkeit, Würde und das gute Gefühl, weiterhin im eigenen Zuhause leben zu können.
Die Wohnung mit anderen Augen sehen
Der erste Schritt ist oft der schwerste: Das eigene Zuhause nicht mehr als selbstverständlich hinnehmen, sondern mit neuen Augen betrachten. Wo könnten Stolperfallen lauern? Welche Wege sind schlecht beleuchtet? Wo fehlt ein Griff zum Festhalten?
Nehmen Sie sich Zeit für diesen Rundgang. Am besten gemeinsam mit Ihrem Angehörigen. Denn es geht ja um sein Zuhause, um seine Sicherheit – und um seine Selbstständigkeit.
Im Wohnbereich sind es oft die kleinen Dinge, die zur Gefahr werden. Der Teppich, der leicht verrutscht. Das Kabel der Stehlampe, das quer über den Weg läuft. Der niedrige Couchtisch, an dem man sich leicht stößt. Entfernen Sie lose Teppiche oder befestigen Sie sie rutschfest am Boden. Verlegen Sie Kabel so, dass sie nicht im Weg liegen. Räumen Sie Wege frei – auch für Gehhilfen, falls diese gebraucht werden.
Das Badezimmer macht vielen Angehörigen besonders Sorgen – zu Recht. Nasse Fliesen sind rutschig, beim Duschen oder Baden fehlt oft der Halt. Hier helfen Antirutschmatten, die Sie in die Dusche und neben die Badewanne legen. Sie kosten nicht viel, geben aber Sicherheit.
Haltegriffe neben der Toilette, in der Dusche und an der Badewanne sind mehr als nur Hilfsmittel – sie sind kleine Helfer, die Selbstständigkeit ermöglichen. Ihr Angehöriger kann sich festhalten, kann selbst aufstehen, braucht nicht bei jedem Schritt Hilfe. Das ist auch eine Frage der Würde.
Ein Duschhocker ermöglicht das Duschen im Sitzen. Das schont die Kraft und nimmt die Angst vor dem Ausrutschen. Und wenn die Badewanne einen hohen Einstieg hat, der zur Hürde wird, denken Sie über eine ebenerdige Dusche nach. Die Pflegekasse unterstützt solche Umbaumaßnahmen finanziell – fragen Sie nach, Sie haben Anspruch darauf.
Auf der Treppe ist jeder Schritt mit Risiko verbunden. Sorgen Sie für gute Beleuchtung auf jeder Stufe. Leuchtstreifen an den Stufenkanten helfen, auch bei Dunkelheit sicher zu gehen. Ein stabiles Geländer auf beiden Seiten gibt Halt. Prüfen Sie, ob es fest montiert ist – nichts ist gefährlicher als ein wackeliges Geländer.
Licht bedeutet Sicherheit
Gutes Licht ist einer der einfachsten und wirksamsten Wege zur Sturzprävention. Im Alter braucht man mehr Licht, um Hindernisse zu erkennen, um Stufen zu sehen, um sich sicher zu fühlen.
Machen Sie es hell in Ihrer Wohnung. Nicht grell, aber hell genug. Besonders wichtig sind der Flur, die Treppe und der Weg zur Toilette. Dort sollten Ihre Liebsten auch nachts sicher gehen können.
Nachtlichter mit Bewegungsmelder sind eine wunderbare Erfindung. Sie gehen automatisch an, wenn jemand vorbeikommt, leuchten den Weg sanft aus und blenden nicht. Niemand muss mehr im Dunkeln nach dem Lichtschalter tasten. Diese kleinen Lichter geben Sicherheit – und damit auch ein Stück Freiheit.
Hilfsmittel, die helfen – wenn man sie nutzt
Es gibt so viele gute Hilfsmittel. Aber das beste Hilfsmittel nützt nichts, wenn es ungenutzt in der Ecke steht. Deshalb ist es wichtig, dass Gehhilfen, Brille und Co. immer griffbereit sind.
Ein Rollator oder Gehstock sollte dort stehen, wo er gebraucht wird – nicht im Flur, wenn Ihr Angehöriger im Wohnzimmer aufstehen will. Die Brille gehört auf den Nachttisch, nicht ins Badezimmer. Überlegen Sie gemeinsam: Wo wird was gebraucht? Wie können wir es so einrichten, dass die Hilfe auch wirklich da ist, wenn sie benötigt wird?
Hüftprotektoren sind spezielle Polster, die im Fall eines Sturzes die Hüfte schützen. Sie werden in der Unterwäsche getragen und können schwere Verletzungen verhindern. Gerade bei Menschen, deren Knochen brüchig sind, können sie Leben retten. Ja, es ist ein zusätzliches Kleidungsstück. Aber es ist auch ein Schutzschild.
Ein Hausnotruf-System gibt nicht nur Ihrem Angehörigen Sicherheit, sondern auch Ihnen. Das Wissen, dass im Notfall per Knopfdruck Hilfe gerufen werden kann, nimmt beiden Seiten Angst. Besonders, wenn jemand allein lebt, ist das ein großes Stück Sicherheit.
Neben all den praktischen Anpassungen gibt es noch etwas, das enorm wichtig ist: Bewegung. Wer sich bewegt, bleibt beweglich. Wer seine Muskeln trainiert, hat mehr Kraft. Wer sein Gleichgewicht übt, stürzt seltener.
Es geht nicht um Sport auf Hochleistungsniveau. Es geht um einfache Übungen, die sich in den Alltag integrieren lassen. Auf einem Bein stehen beim Zähneputzen. Aus dem Stuhl aufstehen und wieder hinsetzen, mehrmals hintereinander. Beim Warten auf den Tee ein paar Schritte auf der Stelle gehen. Kleine Übungen, große Wirkung.
Viele Krankenkassen bieten kostenlose Kurse zur Sturzprävention an. Dort lernt Ihr Angehöriger Übungen kennen, trifft andere Menschen, bewegt sich in Gemeinschaft. Das tut nicht nur dem Körper gut, sondern auch der Seele.
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