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Pflegegrad beantragen – Schritt für Schritt erklärt

Pflegegrad beantragen – so geht’s: Wir führen Sie Schritt für Schritt vom Antrag über die MD-Begutachtung bis zum Bescheid – mit Praxistipps, Vorbereitungsliste und den aktuellen Leistungssätzen 2025. Sie erfahren, wie ein Widerspruch funktioniert und welche Leistungen Ihnen zustehen. BeHome Care berät Sie dazu kostenlos und persönlich.

Wenn Sie oder ein Angehöriger pflegebedürftig werden, ist eine der ersten und wichtigsten Aufgaben die Beantragung eines Pflegegrades. Der Pflegegrad entscheidet darüber, welche finanziellen und praktischen Leistungen Sie von der Pflegeversicherung erhalten. Doch wie genau funktioniert der Antrag? Was müssen Sie beachten? Und worauf kommt es bei der Begutachtung an?

In diesem Beitrag erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie einen Pflegegrad richtig beantragen – klar, verständlich und mit hilfreichen Tipps aus der Praxis.

Was ist ein Pflegegrad überhaupt?

Schritt 1: Antrag bei der Pflegekasse stellen

Der erste Schritt auf dem Weg zum Pflegegrad ist der formlose Antrag bei der Pflegekasse. Die Pflegekasse ist bei Ihrer Krankenkasse angesiedelt – das bedeutet: Wenn Sie bei der AOK versichert sind, stellen Sie den Antrag bei der AOK-Pflegekasse, bei der TK bei der TK-Pflegekasse usw.

So geht’s:

  • Rufen Sie die Pflegekasse an oder schicken Sie ein kurzes Schreiben mit dem Satz:
    „Hiermit beantrage ich Pflegeleistungen gemäß § 33 SGB XI für mich / meinen Angehörigen.“
  • Sie können auch einfach das entsprechende Formular der Pflegekasse nutzen. Viele Kassen stellen es online bereit.
  • Wichtig: Der Antrag kann auch von Angehörigen, einem gesetzlichen Betreuer oder einer Pflegeeinrichtung gestellt werden – natürlich mit Zustimmung der betroffenen Person.

Sobald der Antrag eingegangen ist, erhalten Sie eine schriftliche Bestätigung und die Pflegekasse leitet die nächsten Schritte ein.

Schritt 2: Termin zur Begutachtung durch den MD

Nach Antragseingang beauftragt die Pflegekasse den Medizinischen Dienst (MD) (bei gesetzlich Versicherten) oder MEDICPROOF (bei Privatversicherten) mit einer Begutachtung. Die Aufgabe der Gutachterin oder des Gutachters ist es festzustellen, wie stark die Selbstständigkeit der antragstellenden Person eingeschränkt ist.

Wichtig:

  • Der MD kündigt den Besuch schriftlich oder telefonisch an.
  • Sie können den Termin verschieben, wenn er ungünstig liegt.
  • Informieren Sie alle Beteiligten (z. B. Angehörige, Pflegepersonen oder Pflegedienst), damit sie beim Termin dabei sein können.

Schritt 3: Vorbereitung auf die Begutachtung

Die Begutachtung entscheidet maßgeblich über die Einstufung in einen Pflegegrad. Eine gute Vorbereitung ist daher entscheidend.

Unsere Tipps:

  1. Führen Sie ein Pflegetagebuch
    Halten Sie mindestens 1–2 Wochen lang schriftlich fest, bei welchen Aktivitäten Hilfe benötigt wird – z. B. beim Waschen, Ankleiden, Essen, Toilettengang, Mobilität oder im Haushalt.
  2. Sammeln Sie Unterlagen
    Dazu gehören:
    • Arztberichte und Diagnosen
    • Krankenhausentlassungen
    • Medikamentenpläne
    • Berichte von Therapeuten
    • Pflegeprotokolle
  1. Nehmen Sie sich Unterstützung dazu
    Es ist hilfreich, wenn eine Pflegeperson, ein Angehöriger oder ggf. ein gesetzlicher Betreuer beim Begutachtungstermin anwesend ist und Fragen beantworten kann.

 

Schritt 4: Die Begutachtung – Was passiert dabei?

Die Begutachtung erfolgt in der Regel in der häuslichen Umgebung. Sie dauert etwa 60 bis 90 Minuten.

Der Gutachter prüft dabei sechs Lebensbereiche:

  1. Mobilität – z. B. Fortbewegung in der Wohnung, Aufstehen aus dem Bett
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten – z. B. Orientierung, Erinnerungsvermögen, Verständigung
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen – z. B. nächtliche Unruhe, Aggression, Ängste
  4. Selbstversorgung – z. B. Körperpflege, Ernährung, Toilettengänge
  5. Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen – z. B. Medikamenteneinnahme, Arztbesuche
  6. Alltagsleben und soziale Kontakte – z. B. Gestaltung des Tagesablaufs, Kontaktpflege

Am Ende erstellt der Gutachter ein Punkteergebnis, das den Pflegegrad bestimmt. Je nach Punktzahl ergibt sich der Pflegegrad.

Schritt 5: Bescheid der Pflegekasse abwarten

Nach der Begutachtung erhalten Sie in der Regel innerhalb von 4 bis 6 Wochen einen schriftlichen Bescheid der Pflegekasse mit dem Ergebnis. Darin steht:

  • welcher Pflegegrad zuerkannt wurde
  • ab wann er gilt
  • welche Leistungen Sie erhalten

Wenn Sie den Pflegegrad nicht nachvollziehen können oder für zu niedrig halten, haben Sie die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen.

Schritt 6: Widerspruch einlegen (wenn nötig)

Wenn Sie mit dem Pflegegrad nicht einverstanden sind, können Sie innerhalb von einem Monat nach Zugang des Bescheids schriftlich Widerspruch einlegen.

Das sollten Sie beachten:

  • Formulieren Sie den Widerspruch begründet, z. B. mit zusätzlichen ärztlichen Stellungnahmen oder Pflegeberichten.
  • Sie können auch eine Beratungsstelle oder einen Pflegedienst wie BeHome Care hinzuziehen, um fachliche Unterstützung zu erhalten.
  • In vielen Fällen wird eine zweite Begutachtung angesetzt.

Ein gut begründeter Widerspruch kann erfolgreich sein – rund 50 % der Widersprüche führen zu einer Höherstufung.

Welche Leistungen bekomme ich bei einem Pflegegrad?

Je nach Pflegegrad stehen Ihnen unterschiedliche finanzielle und unterstützende Leistungen zu. Das Pflegegeld (Stand 2025) beträgt monatlich:

  • Pflegegrad 1: kein Pflegegeld
  • Pflegegrad 2: 332 €
  • Pflegegrad 3: 573 €
  • Pflegegrad 4: 765 €
  • Pflegegrad 5: 947 €

Zusätzlich gibt es weitere Unterstützungen wie Zuschüsse für Pflegehilfsmittel, Wohnraumanpassungen von bis zu 4.000 Euro, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege sowie Tages- und Nachtpflege. Unsere Pflegeberater bei BeHome Care helfen Ihnen gerne dabei, alle Ihnen zustehenden Leistungen optimal zu nutzen, damit Sie bestmöglich versorgt sind.

Pflegegrad – was nun?

Mit dem anerkannten Pflegegrad steht Ihnen eine Vielzahl von Möglichkeiten offen, die pflegerische Versorgung zu organisieren – sei es durch Angehörige, einen ambulanten Pflegedienst wie BeHome Care, Tagespflegeeinrichtungen oder eine Kombination verschiedener Angebote.

Wir empfehlen Ihnen, sich professionell beraten zu lassen, um die bestmögliche Lösung für Ihre individuelle Situation zu finden.

Fazit: Pflegegrad beantragen – kein Buch mit sieben Siegeln

Der Weg zum Pflegegrad mag auf den ersten Blick kompliziert erscheinen, ist aber mit einer klaren Schritt-für-Schritt-Vorgehensweise gut zu bewältigen. Entscheidend sind eine rechtzeitige Antragstellung, eine gute Vorbereitung auf die Begutachtung und die Nutzung aller vorhandenen Unterstützungsangebote.

Bei Fragen oder Unsicherheiten stehen wir von BeHome Care Ihnen jederzeit zur Seite – mit fachlicher Kompetenz, Herz und einem offenen Ohr für Ihre Anliegen.

Möchten Sie Unterstützung bei der Auswahl der passenden Pflegeleistungen? Kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie kostenlos und unverbindlich.

BeHome Care – Ihre Pflege, unsere Herzenssache.